Immer mehr Menschen entdecken das Wandern
(neudeutsch: Trekking) für sich. Gut ausgerüstet mit teurer Outdoor-Kleidung,
GPS und isotonischen Drinks geht es flotten Schrittes an den Busen von Mutter
Natur. In dem sich leider ab und zu eine Viper verbirgt. Auch wenn sich diese
als harmlose Ringelnatter herausstellt, reagieren die meisten Leute doch
panisch auf den Anblick einer Schlange. Begegnungen mit der lokalen Fauna hatte
man sich schließlich anders vorgestellt. Was nun?
Schlangenbisse sind nur selten gefährlich
Zunächst gilt einmal folgendes: Die meisten
Schlangen sind friedliche Wesen, die ihre Ruhe haben wollen. Sie richten sich
auf und "zischen", weil sie sich bedroht fühlen. Steht man einer
Schlange gegenüber, ist es am besten, Ruhe zu bewahren und den Rückzug
anzutreten. Auf keinen Fall sollte man mit dem Wanderstock o.ä. nach der
Schlange schlagen um sie zu "verjagen" - dadurch fühlt sie sich erst
recht angegriffen und beißt zu.
Zweitens: Die in Deutschland lebenden
Schlangen sind fast alle ungiftig und richten ohnehin keinen Schaden an (auch
wenn der Biss schmerzhaft sein kann und bei Nichtbehandlung zu einer Infektion
führen kann). Die einzige im ganzen Land verbreitete Giftschlange ist die
Kreuzotter. Diese gibt bei einem Biss jedoch nur wenig Gift ab, so dass sie dem
Menschen in der Regel nicht viel Schaden zufügen kann. Ähnlich verhält es sich
mit der Aspis Viper, die im südlichen Schwarzwald vorkommt.
Drittens: Häufig gibt die Schlange gar kein
Gift ab, weil sie sich nur verteidigen will. Etwa die Hälfte aller
Schlangenbisse sind solche sogenannten Trockenbisse.
Was tun bei einem Schlangenbiss?
Es kann immer mal passieren - auch bei einer
Rastpause im Gras oder bei einem versehentlichen Tritt auf die Schlange. Dann
gilt: Ruhe bewahren und die oben genannten Punkte beherzigen. Völliger Quatsch
ist das oft in Filmen dargestellte "Aussaugen der Wunde". Besser ist
es, die Wunde zu reinigen und abzudecken um sie vor Infektionen zu schützen. Der
betroffene Körperteil (gewöhnlich ein Bein) sollte möglichst ruhig gehalten
werden, bis Hilfe eintrifft. Am besten ist es, den Notruf zu verständigen, der Liegetransport
arrangiert und auch weiß, welches Krankenhaus in der Nähe Schlangenserum
bereithält. Zu Fuß zum nächsten Ort zurückgehen ist zwar heldenhaft, aber
falsch: Durch die Bewegung kommt der Blutkreislauf in Schwung und das Gift
verteilt sich schneller.
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