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Mittwoch, 27. Juni 2012

Austern mit Viagra - Aphrodisiakum deluxe

Austern gelten als Aphrodisiakum - das ist bekannt. Sie sind das natürliche Potenzmittel (soweit man den Mythen und Sagen um die schlunzigen Muscheln Glauben schenken darf). Ein Australier war nun ganz intelligent: Er kam auf die Idee, Austern mit dem Potenzmittel Viagra zu füttern, um so die Natur etwas in ihrer Wirkung zu unterstützen. 

Kommentar des Australiers über die Superaustern deluxe: "Bei Gott, es wirkt".

Nach Ansicht eines Australischen Unternehmens sind die mit Viagra gefütterten Austern, der Lustförderer schlechthin. Die Kombination von Natur und Medizin sei anscheinend unschlagbar. So seien nach Aussage von George May (59) Austern zunächst ein natürliches Aphrodisiakum, wenn man diese Muscheln jedoch zusätzlich mit Viagra füttert, ginge "der Spaß erst richtig los". 

Die glorreiche Idee kam dem Herren im gediegenen Alter beim Durchschlendern eines kleines Dörfchen nördlich von Sydney, dessen Austernzucht sich in einer Krise sah. Er selber hatte gerade eine Prostata-Operation hinter sich und war daher selbst auf die Potenzstütze Viagra angewiesen. 

gemobbst von amicella.de

Der Hersteller Pfizer zeigte sich jedoch wenig begeistert von der neuen Verwendung der blauen Pillen. Daher untersagte das Unternehmen mit dem Markennamen Viagra für das skurrile Geschäft zu werben. In Australien ist darüber hinaus der Verkauf dieser deluxe Austern nicht erlaubt und illegal. Dennoch gehe das Geschäft mit den potenzsteigernden Austern sehr gut. 

Großabnehmer melden sich aus Hongkong und Moskau. Mittlerweile werden in der Zucht bis zu 10 Millionen Austern gezüchtet. Er selber ist dabei einer seiner größten Kunden. So nascht der rüstige Australier bis zu zwei Dutzend Stück seines eigen kreierten Aphrodisiakums: "Ich schwöre bei Gott, es wirkt." 

Mittwoch, 13. Juni 2012

Der Sex-Kaugummi - Lust durch's kauen

In meiner Artikelreihe "Was Man(n) nicht alles für ein bisschen Potenz tut" habe ich bereits von den skurrilsten potenzfördernden Mitteln berichtet. Doch das hier topt - zumindest in Hinsicht auf Skurrilität - irgendwie alles: Der Sex-Kaugummi. Geilheit durch's Kauen - Halleluljah. 

Mal abgesehen davon, dass ein Kaugummi kauender Mann nicht unbedingt als sexy gilt, verspricht der kleine Wegbegleiter für unterwegs anscheinend jede Menge Spaß und Manneskraft. Inhalt dieses Potenzwunders ist die Maca Wurzel. Maca ist eine Pflanze, die eigentlich in höheren Lagen, zum Beispiel in den peruanischen Anden, beheimatet ist. Die Wurzel dieses Kresse ähnlichen Gewächs ist jedoch voll gepackt mit guten Sachen: Eiweiß, Eisen, Zink, Magnesium, Kalzium, Vitamine und vieles mehr. Da ist es durchaus naheliegend, dass dieser Wurzel auch eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Neben den ganzen körperlichen und psychischen Wunderwirkungen der kleinen Power-Pflanze, wird auch ein positiver Effekt auf sexuelle Störungen angenommen. Kurz um: Die Maca Pflanze hätte durchaus Potential als natürliches Potenzmittel betrachten zu werden. Goodbye Viagra & Co.

Studien sollen dies angeblich belegen. Diese Studien wurden hauptsächlich in Südamerika und den Vereinigten Staaten durchgeführt. Auch die Chinesen verfütterten das Maca Extrakt an Labormäuse, welche anschließend innerhalb von 3 Stunden sage und schreibe 47 bis 67 Orgasmen bekamen. Eine deutsche, aussagekräftige Studie darüber, wurde jedoch bislang tatsächlich noch nicht durchgeführt - oder zumindest nicht veröffentlicht.


gemobbst von dir-info.de

Was macht man also nun mit einem natürlichen Potenzmittel, das angeblich das Liebesleben auf Vordermann bringen kann? Tabletten - langweilig. Dafür gibt's ja schließlich die Originale. Richtig, man packt die gute, geile Maca Wurzel in einen Kaugummi - ein bisschen Minz- oder Orangegeschmack dazu und tadaaa: Fertig ist das  Wundermittel zum Lustantrieb und zur Potenzsteigerung. Erhältlich ist der Sex-Kaugummi natürlich für Männer und Frauen - in unterschiedlicher Zusammensetzung versteht sich. Na dann, frohes Kauen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Motorrad fahren...
und die ungeahnte Gefahr einer Dauererektion

Die unglaubliche Schlagzeile des Tages: Mann verklagt BMW wegen Dauererektion. Schuld für sein Leiden sei angeblich der Sattel seines heißgeliebten Zweirads. Dauererektion durchs Motorradfahren? Birgt das Zweirad etwa ungeahnte Gefahren für die Herren der Schöpfung?

Der Mann wirft dem Unternehmen BMW vor, dass er an einer Dauererektion für über zwei Jahre leiden musste, welche aufgrund eines falsch entworfenen Sitz hervorgerufen wurde. Nun hat er Klage eingereicht. Er fordert Ersatz für sämtliche  Verdienstausfälle, Arztrechnungen, emotionales Leid und „allgemeinen Schaden“. Der Fall aus Kalifornien wurde bekannt durch den Courthouse News Service (Nachrichtenagentur für Juristen). In Deutschland zieht sich BMW kommentarlos aus der Affäre und gibt keine Stellungnahme bezüglich der Vorwürfe ab. Mit angeklagt ist neben dem Motorrad-Hersteller außerdem auch der Sitzbauer Corbin-Pacific.

Nicht nur Dynamit im Ohr - auch tiefer... 

Der Kalifornier behauptet, dass er nach einer über vierstündigen Spritztour mit seinem BMW-Motorrad im Jahre 2010 (Mai) eine „schwere Form von Priapismus“ entwickelte. Das ist auf gut deutsch die Bezeichnung für eine Dauererektion. Schön ist außerdem, wie der Herr den Sitz vergleicht mit einem Bergrücken vergleicht. Durch die unnatürliche Form und die mehrstündige Fahrt mit dem Motorrad wurde laut Aussagen des Mannes sein Leiden hervorgerufen.

Der Anwalt zeigt offensichtlich Mitgefühl für seinen Mandanten: „Er musste seine Kleidung entsprechend ändern und hatte Probleme, auf Klo zu gehen.“ Nach einer gefühlten Ewigkeit verging dann die Dauererektion letztendlich doch. Nun hat der Kalifornier jedoch Schwierigkeiten seinen Mann zu stehen und eine Erektion zu bekommen. Sex sei für ihn nicht mehr möglich – nicht mal mehr mit einer Potenzpille….

Armer Kerl. Bin gespannt wie dieser Fall enden wird… 

Montag, 23. April 2012

Sex-Spray für die Nase – Das Kuschelhormon

Ein Nasenspray könnte zukünftig Potenzpillen wie Viagra & Co. ablösen, so lautet jedenfalls das Ergebnis einer neuen Studie aus Amerika. Das Sex-Spray wirkt angeblich schneller und soll weniger Nebenwirkungen haben, als der bisherige Potenzmittel-Schlager Viagra.

Der Name – göttlich – lautet „Kuschelhormon“. Dieses Hormon hat gute Chancen andere Potenzmittel dieser Welt in den Schatten zu stellen. Die fachlich korrekte Bezeichnung für das Kuschelhormon ist Oxytocin. Eigentlich ist dieses Hormon ein weibliches Hormon, welches nach dem Geschlechtsverkehr und nach dem gebären ausgeschüttet wird. (Deshalb sind Frauen nach dem Sex auch die Kuschler.) Oxytocin fördert die zwischenmenschliche Bindung und das Vertrauen. Auch bei Männern bewirkt dieses Hormon im Hypothalamus diese Kuschelfreude. Jedoch tritt zusätzlich bei den Herren der Schöpfung bei Ausschüttung dieses Hormons eine interessante Begleiterscheinung auf.

Das erste Mal wurde Oxytocin mit einer Erektion im Jahre 2007 von Forscher der University of Wisconsin-Madison in Verbindung gebracht. Ein möglicher Zusammenhang wurde aufgrund einer Studie mit Laborratten festgestellt. Bei der Einnahme von Viagra wurde die die Ausschütttung des Kuschelhormons um das Dreifache steigerten. Die Forscher hielten als Ergebnis fest, dass Potenzmittel nicht nur die Durchblutung im Penis fördern, sondern die Pillen auch eine Auswirkung auf die Hypophyse und die Oxytocinproduktion haben müssen. Aus dem mechanisch technischen Potenzmittel ist nun eine kuschelige Gefühlspille geworden.

Die aktuelle Studie der University of California hat jetzt jedoch herausgefunden, dass nicht nur das Viagra, sondern der erhöhte Oxytocinspiegel dem Mann zu einer Erektion verhilft. Erhöht man lediglich den Hormonspiegel von Oxytocin im Körper des Mannes, so könne auf Viagra vollständig verzichtet werden – so die Annahme.

Dieser Anblick könnte bald zum Liebesleben dazugehören... 

Wie kommt man drauf?
Die Forscher veröffentlichten die folgende Fallstudie eines Mannes im Journal of Sexuale Medicine:
Ein Familienvater war auf der Suche nach Hilfe, wegen seiner Aufmerksamkeitsstörung, die zur sozialen Isolation und somit zu Eheprobleme führte. Die Ärzte rieten zu der Spray-Therapie mit Oxytocin. Die Anwendung erfolgt zweimal täglich. Die Mediziner empfahlen Oxytocin, da diese Hormontherapie bereits häufig bei Frauen, deren Geburtswehen eingeleitet werden sollten, als Nebenwirkung den typischen „Kuscheleffekt“ auslöste. Dadurch wurde ein größeres Bindebedürfnis als vorher hervorgerufen.

Wir beschlossen daher, das Mittel auch bei unserem bindungsunfähigen Patienten zu versuchen“, so der Studienleiter Kai MacDonald.

Das Ergebnis war jedoch anders als erwartet. Die Kontakt- und Bindungsängste verbesserten sich kaum merklich. Jedoch verbesserte sich das Liebesleben des Herrn umso mehr. Er selber schätzte nun seine Libido als sehr stark ein, während er zuvor noch schwer schwach ankreuzte. Der Sex des Mannes wurde im Rahmen der Behandlung mit mal zu mal besser und die Erektionsprobleme verschwanden.

„Die Wirkungen des Sprays waren durchaus vergleichbar mit denen von Viagra“, so MacDonald. Er empfiehlt nun den nächsten Schritt zu gehen, und weitere Studien mit potenzschwachen Männern durchzuführen. Das Sex-Spray könnte ein wahrer Konkurrent zu Viagra werden, dessen Patent in diesem Jahr noch auslaufen wird. Nicht nur, wegen der komfortablen Einnahme, sondern auch wegen das geringere Risiko an Nebenwirkungen sowie der schnellen und langanhaltenden Wirkungsdauer ist das Sex-Spray eine echte Alternative…

Freitag, 30. März 2012

Teil V: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Spinnen-Ekel vs. Männlichkeit

Für den letzten Beitrag zum Thema der exotischen und mysteriösen Potenzmittel habe ich mir ein ganz besonderes Schmankerl aufgehoben: Gegrillte Tarantel (gerne auch frittiert – wie immer einem beliebt). Tatsächlich gilt das achtbeinige Spinnentier als Wundermittel, was die Potenz anbelangt. Gegrillte Tarantel ist in Kambodscha im Übrigen eine anerkannte Delikatesse. Mutwillige berichten, dass das Fleisch der gegrillten Tarantel ähnlich wie Krebsfleisch schmecke...

Wahr ist, dass die Spinne unwahrscheinlich viel Eiweiß enthält. Das kann dazu führen, dass die Potenz tatsächlich gesteigert wird. Jedoch ist bislang nicht bekannt, woher eigentlich dieser Glaube kommt, dass Taranteln die Potenz steigern können. Denn andere Insekten und Kriechgetier weist ebenfalls große Mengen an Eiweiß auf – wieso die Wahl auf die Wunderwirkung der Tarantel fiel ist leider nicht bekannt. Dennoch zählt die gegrillte Tarantel zu den Top Drei der irrsinnigsten Potenzmittel.

Der Name der Tarantel stammt ursprünglich von dem italienischen Städtchen Tarent ab. So war die Tarantel zunächst in Südeuropa bekannt. Eroberer der neuen Welten benannten dann die Vogelspinne ebenfalls Tarantel, da dies der Begriff war, den sie kannten. So kommt es fälschlicherweise bis heute immer wieder zu Verwechslungen zwischen der eigentlichen Tarantel und der Vogelspinne. In mir sträubt es sich allein bei dem  Gedanken an die Spinne. Vor allem, da die die Tarantel auch Giftdrüsen besitzt, die bei einem Biss den Menschen zwar nicht töten, dennoch verletzen können. Symptome, die dabei auftreten reichen von Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Entzündungen bis hin zur Angstzuständen und Bewusstlosigkeit. Dennoch schreckt dies hartgesottene Männer und „Delikatessen-Genießer“ nicht vom verzehr der Krabbeltiere ab.

Ich bin der Meinung, dass ich heute zum Abschluss mehr Bilder, als Worte sprechen lassen sollte. Sonst glaubt es ja doch keiner… ;) 






Erschreckend, dass Menschen tatsächlich auf derartige Mythen zurückgreifen, um Ihre Potenz und Männlichkeit zu stärken. Vor allem, das im heutigen Zeitalter jede Menge Alternativen, wie Viagra, Cialis oder Levitra auf dem Markt existieren.. Unfassbar.

So, das war's nun vorerstmal mit mir und meiner Reihe zu den Unglaublichen Potenz Mythen dieser Welt. Selbstverständlich gibt es noch mehr von dieser Sorte. Aber ich habe mich speziell für die skurrilsten und irrsinnigsten entschieden. Ich hoffe, euch hat das Lesen Spaß gemacht. Vielen Dank an Maya, die mir die Chance gegeben hat mich hier schreiberisch etwas auszutoben.

Bis vielleicht bald.
Euer Paul

Donnerstag, 29. März 2012

Teil IV: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Ein filigraner Senkrechtschwimmer als Wundermittel

Kaum zu glauben aber wahr: Seepferdchen gilt tatsächlich ebenfalls als Wundermittel, wenn es um die männliche Potenz geht.  Man(n) nehme einfach fein zerstoßenes Seepferdchen mischt dieses mit Giseng Wurzel und fügt fernöstliche Gewürze diesem kulinarischen Leckerbissen hinzu. So oder so ähnlich lautet das Rezept des Potenzsmittels, von denen laut der traditionellen chinesischen Medizin zwei Mal täglich zehn Potenz Pillen eingenommen werden sollten…

Wieder einmal stammt der Mythos über die Wunderwirkung des Seepferdchen auf die männliche Potenz aus dem Asiatischen. Vor allem in China, Singapur und Taiwan wird kräftig an die Potenz steigernde Wirkung des Seepferdchens geglaubt. Aber auch weitere Krankheiten lassen sich angeblich mit Seepferdchen behandeln. Darunter fallen beispielsweise Asthma, Arteriosklerose, Inkontinenz und vieles mehr. Schätzungsweise 30 bis 50 Medikamente auf dem chinesischen Markt enthalten zerstoßenes Seepferdchen.


Seepferdchen, oder auch Hippocampus genannt, sind filigrane Meerestiere, die aufrecht schwimmen. Die bislang 32 bekannte Arten stehen aufgrund der nachgesagten Wirkung auf Potenz & Co. auf der internationalen roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Die Faszination der Menschheit über der Hippocampus geht zurück auf die alten Griechen und Römer. Schon damals wurde dem Senkrechtschwimmer eine magische Heilwirkung unterstellt. Poseidons Streitwagen wird in vielerlei Kunstwerke von Seepferdchen gezogen. Im Jahre 1753 schrieb das Gentle’s Magazin über die Seepferdchen folgendes: „Damen verwenden sie, um ihren Milchfluss zu steigern.“ Heutzutage ist wohl mehr die Männerwelt von der Wirkung auf die Potenz überzeugt.

Der Hippocampus ist nicht nur aufgrund seiner Erscheinung faszinierend, sondern auch aufgrund seines gesamten Wesens. So variiert die Größe des Seepferdchens zwischen zwei und 32 Zentimetern. Aus Tarnzwecken kann es innerhalb von Sekunden seine Farbe in neongrün, blau oder rot getupft wechseln. Außergewöhnlich ist auch der Paarungsakt der Hippocampus. Seepferdchen paare sind sich ein Leben lang treu. Bevor es zur Befruchtung kommt, schlängeln sich die geschweiften Schwänze umeinander. Die Tiere führen einen Paarungstanz auf und winden sich um die eigene Achse. Befruchtet wird dann anschließend über die Dauer von bis zu neun (!) Stunden. Aufgrund dieser Tatsache, entstand wohl auch der irrsinnige Glauben, dass Seepferden die Potenz des Mannes stärken könne. Das Kinderkriegen ist dann anschließend Männersache. Als wohl einziges Lebewesen gebärt das Männchen den Nachwuchs des Seepferdchens.

Vielleicht sollte sich die menschliche Männerwelt eher mal an dieser Tatsache orientieren… 

Mittwoch, 28. März 2012

Teil III: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Spätestens seit dem Klassiker „der weiße Hai“ aus dem Jahre 1975 gilt der Meeresräuber als menschenfressende Bestie. Zumindest ist das Bild bei uns so verbreitet. Ganz anders sieht es in den asiatischen Gefilden aus: die betrachten nämlich den Hai als Leckerbissen. Der dritte Teil der Reihe über außergewöhnliche Potenzmittel befasst sich mit dem Mythos, dass der Verzehr von getrockneter Haifischflosse eine Potenz steigernde Wirkung habe.

Tatsache ist der Hai ist ein Räuber. Jedoch fallen doch mehr Fische als Menschen unter sein Beuteschema. Jährlich werden etwa 10 Menschen tödlich von einem Hai verletzt. Wenn man bedenkt, dass der Mensch heutzutage weltweit jährlich 2 Millionen Haie tötet, kommen auf einen toten Menschen knapp 20 Millionen tote Haie. Eine Milchmädchenrechnung?

Weltweit gibt es rund 400 verschiedene Haifischarten. Davon sind mittlerweile rund ein Drittel vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Überfischung und der Glaube des Menschen, das Tier hätte magische Wirkungen zum Beispiel als Potenzmittel.

Die Haifischflosse gilt in asiatischen Ländern als Delikatesse, besonders aufgrund der ihr nachgesagten Potenz steigernden Wirkung. Die Haifischflosse gilt neben Aphrodisiakum auch als Zeichen von Wohlstand. Da die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt, bringt ein Kilo Haifischflosse umgerechnet derzeitig fast 1.500 Dollar ein. Das lukrative Geschäft mit dem Status und der Potenz verleitet Fischer dazu gezielt die Jagd auf die Flossen zu setzen. Diese Form der Fischerei nennt sich „Finning“. Beim Finning ziehen die Fischer Haie als Beifang oder Hauptfang aus dem Wasser, schneiden die Flosse ab und werfen das noch lebende Tier zurück ins Meer, wo es dann qualvoll verendet. Beim Finning spielt es keine Rolle, wie alt oder groß der Hai ist oder von welcher Art das Tier abstammt. Es geht lediglich um die Haifischflosse – es geht um das Geschäft.


Der Mythos, dass die Haifischflosse die Potenz stärkt und als ein Zeichen von Reichtum darstellt, geht auf die chinesische Quing-Dynastie (1644-1911) zurück. So zählte die Haifischflosse zu den acht Schätzen des Meeres und war ein fester Bestandteil der kaiserlichen Tafel. Bis heute gilt die Haifischflossensuppe als Statussymbol, das ebenfalls fester Bestandteil eines chinesischen Festmahls ist. Eine traditionelle chinesische Hochzeit beispielsweise kostet rund 40 Haien das Leben. Das skurrile daran ist, dass ist die Haifischflosse an und für sich geschmacklos ist. Stundenlanges kochen in einer Hühnerbrühe und die Zugabe von Gewürzen verleiht der Suppe erst den Geschmack. Auch der Suppe wird die Wirkung nachgesagt, die Potenz steigern zu können.

Der Verzehr der Suppe oder der bloßen Haifischflosse kann jedoch gefährlich für den Menschen werden. Durch die immer zunehmende Meeresverschmutzung gelangen zunehmend mehr Giftstoffe, wie Quecksilber in die Ozeane. Fische nehmen diese Gifte auf und lagern sie ein. Da der Hai an der Spitze der Nahrungskette steht, lässt sich in dessen Blutkreislauf eine große Menge Quecksilber auffinden. Eingelagert hält der Hai das Quecksilber in seiner Flosse. Wird die Haifischflosse nun vom Menschen verzehrt, gelangen die Giftstoffe auch in das System des Menschen. Das kann ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Es gibt zahlreiche Organisationen, die versuchen über die Machenschaften der Haifischjäger aufzuklären, wie zum Beispiel das sharkproject.com. Dennoch ist es schwierig ein so manifestierter Glaube an die Potenzsteigernde Wirkung und die Haifischflosse als Statussymbol zu brechen…

Euer Paul 

Montag, 26. März 2012

Teil II: Was Man(n) nicht alles für ein bisschen Potenz tut …
Männlicher Stolz bedroht Nashörner

Wir aller erinnern uns doch gerne mit einem Schmunzeln an die Werbung zurück, als ein Nashorn mitten in der Savanne ein Auto voller Freude beglückte. Dass die Wahl des Tieres auf ein Nashorn viel, liegt vermutlich in erster Linie an der Größe des Tieres. Aber das Nashorn steht darüber hinaus auch für massenhaft Potenz und Männlichkeit. Ein weiterer Mythos in der Reihe über skurrile und wahnsinnige Potenzmittel ist der Glaube, dass Nashorn- pulver tatsächlich die Potenz steigern und eine erektile Dysfunktion behandeln kann. Speziell in Asien hält sich dieser Glaube bis heute.

Der Mythos geht darauf zurück, dass männliche Nashörner das weibliche Geschlecht über mehrere Stunden hinweg begatten können – ohne Pause. Selbstverständlich suchte der Mensch für dieses Phänomen eine „logische“ Erklärung. Als Schlussfolgerung wird daher angenommen, dass die magische Wirkung auf die Potenz im Horn des Tieres liegen muss. Bis heute konnte jedoch keinerlei medizinische oder Potenz steigernde Wirkung des Horns klinisch nachgewiesen werden…

Nashörner stehen aufgrund dieser Annahme seit den 70er Jahren auf der Liste der bedrohten Tierarten. Das Wildern der Tiere ist verboten. Dennoch hält sich der Glaube an die Potenz steigernde Wirkung so hartnäckig, dass trotz Jagdverbot weiter gewildert wird und der Schwarzmarkt boomt. Ein Horn mit 7 Kilo bringt auf dem Schwarzmarkt ungefähr 350.000 Euro. Das „wertvolle“ Horn besteht jedoch lediglich aus Keratin. Keratin ist ein Protein, welches die Beschaffenheit der  Hornhaut charakterisiert. Aus Keratin bestehen außerdem Finger- und Zehennägel. Daher bringt der Verzehr von Nashornpulver genauso viel wie Fingernagelkauen – nämlich nichts.

Die Heimat der Nashörner ist Afrika, wovon 83 % der noch lebenden Nashörner in Südafrika beheimatet ist. Zwei Drittel aller gewilderten Nashörner der letzten Jahre stammen aus dem Krüger-National-Park, der von 400 bewaffneten Rangers bewacht wird. Dennoch schaffen es wilderer immer wieder in den Park einzudringen und Nashörner zu erlegen. Bis 2008 war die Zahl der gewilderten Nashörner bei knapp ein Dutzend. 2012 stieg die Zahl auf unglaubliche 333 tote Tiere an. Diskussionen darüber, ob der Nashornhandel legalisiert werden sollte, werden von Kritikern und Tierschützern scharf kritisiert. So habe der legalisierte Elfenbeinhandel das Wildern von Elefanten eher angekurbelt, als reduziert. Man befürchtet ähnliches mit den Nashörnern, die derzeitig schon als vom Aussterben bedroht gelten. Um Wilderer von der Jagd abzuhalten, werden die Hörner der Tiere mit einem Gift versehen. Das Gift schadet den Tieren nicht und verfärbt sich rot, sobald das Horn zermürbt wird. Der Verzehr endet mit einer starken Vergiftung. Rotes Nashornpulver ist daher untauglich und bringt auf dem Schwarzmarkt nichts ein.

Unglaublich: Über die letzten fünf Jahre hat China bereits über 150 Nashörner importiert. Offiziell seien die Tiere für die Errichtung eines Safariparks gedacht. Jedoch gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass China eine Nashornfarm errichtet, zum Züchten und Abschlachten der Nashörner. Man geht davon aus, dass aufgrund der verstärkten Maßnahmen gegen das Wildern, dieser Plan gefasst wurde. Und das alles aufgrund des wahnwitzigen Glaubens, im Horn seinen Potenz steigernde Wirkungen versteckt …

Eigentlich sollte man annehmen, dass seit der Markteinführung diverser Potenzmittel (Viagra wurde bereits 1998 als Medikament zugelassen), ein derartiger Mythos nicht länger beständig bleibt. Dennoch hält Asien und vor allem China weiter an dem irrsinnigen Glauben fest, der vielleicht in einigen Jahren zum kompletten Aussterben der Nashörner führt. Da bleibt nur mit dem Kopf zu schütteln ... 

Euer Paul

Freitag, 23. März 2012

Teil I: Was Man(n) nicht alles für ein bisschen Potenz tut …

Seit je her strebt die Menschheit nach immer mehr Lust und Potenz. Sexualität begleitete die Neugierde der Menschen und Potenz steht allgemein für wahre Männlichkeit. Daher experimentieren die Menschen bereits seit mehreren Jahrtausenden mit der eigenen Sexualität und Potenz. Bereits die Griechen haben in der frühen Antike ihre Göttin der Liebe, Aphrodite, angebetet. Von der Göttin lässt sich auch der Begriff Aphrodisiakum ableiten. Ein Aphrodisiakum ist ein Mittel, welches zur Steigerung der Libido und zu mehr Potenz führen soll. 2003 erschien sogar ein Buch des Botanikers und Zoologen Christian Rätsch, der mit seinem „Lexikon der Liebesmittel“ über 400 Pflanzen, Minerale und Tierextrakte auflistet, die angeblich aphrodisierend oder Potenz steigernd wirken sollen.
Bislang gibt es viele Mythen über vermeintliche Potenzmittel und Substanzen, welche die sexuelle Lust anregen. So behauptete beispielsweise Casanova höchstpersönlich, dass der Verzehr von Austern die Manneskraft antreiben könne. Bis heute denken viele noch, dass Austern bequem als Potenzmittel geschlürft werden können, um eine Erektion zu bekommen. Jedoch wurde die Potenz steigernde Wirkung offiziell nie klinisch nachgewiesen. Ärzte gehen von dem Placebo-Effekt aus, dass der Glaube allein bereits Berge versetzen kann. Daher gibt es noch zahlreiche weitere Annahmen über „natürliche“ Potenzmittel.

Die wohl am bekanntesten Mythen über magische Potenzmittel stammen aus dem Reich der Tiere. Die mit Abstand skurrilsten Behauptungen über die Potenz steigernde Wirkung  gehen auf diese exotische Leckerbissen zurück:


In den nächsten Wochen werde ich euch stets über eines der genannten Schmankerl informieren, die in vielen Teilen der Welt bis heute als Potenzmittel gelten. Der Beginn macht heute:

Die spanische Fliege

Die spanische Fliege ist ein geflügelter Käfer mit einer metallisch grünen Färbung. Bereits in der Antike wurde der Käfer zerstampft und eingenommen. Männern wurde der pulverisierte Käfer ins Essen gemischt. Das Ergebnis war häufig eine Erektion. Dabei wird durch die spanische Fliege jedoch nicht das sexuelle Verlangen stimuliert. Das Pulver der spanischen Fliege beinhaltet den Wirkstoff Cantharidin. Cantharidin ist ein starkes Gift, dass die Harnwege reizt. Dadurch kann eine Erektion hervorgerufen werden. Deshalb gilt die spanische Fliege als Potenzmittel. Nebenwirkungen von Cantharidin können jedoch eine schmerzhafte Dauererektion, Lebervergiftung, Nierenversagen oder ein Kreislaufkollaps sein. Cantharidin kann sehr leicht überdosiert werden. Cantharidin blockiert die Funktionen wichtiger Enzyme im Körper. Durch die Enzymblockade entstehen Blasen auf der Haut und Gewebe stirbt ab. Außerdem entzündet sich die Niere und die Leber wird durch den Giftabbau stark belastet.


Untersucht hat das ganze Phänomen der Pariser Apotheker Pierre Jean Robiquet bereits vor 200 Jahren. Seine Untersuchungen gehen auf den damaligen Vorfall zurück, als die napoleonische Truppen in Ägypten zurück. Diese erkrankten nämlich nach dem Verzehr von Fröschen, welche sich von der spanischen Fliege zuvor ernährten. Anscheinend waren die Frösche bereits resistent gegen das Gift der spanischen Fliege. Die frühe Erforschung der spanische Fliege und deren Inhaltsstoff Cantharidin bestätigte die Annahme, dass die Potenz durch den Verzehr vermeintlich gesteigert wird…

Nicht mal die Tatsache, dass die spanische Fliege als Vollstreckungsmittel der Todesstrafe in Griechenland verwendet wurde, schreckte die wahren Männer ab, denen die Potenz wohl wichtiger als das Leben war... 

Euer Paul