Mittwoch, 4. April 2012

Unnützes Wissen aus dem Bereich Medizin

Immer wieder liest man in der Presse oder dem Internet Beiträge, bei denen man einfach mit dem Kopf schüttelt. Hier ist meine ganz persönliche Bestenliste mit Fakten, die einem das Schmunzeln ins Gesicht treiben. Liebe Mediziner, meint ihr das wirklich ernst… ?

1. Antidepressiva stürzen Krebes in den Selbstmord.
Die Rückstände der antidepressiv wirkenden Medikamente, die im Meer landen, haben laut einer Studie der Universitiy of Portsmouth einen großen Einfluss auf die Krebstiere. Im Normalfall halten sich die kleinen Meereskriecher im Dunkeln versteckt, um nicht als Beute den Vögeln ausgesetzt zu sein. Das Antidepressiva bewirkt jedoch, dass die Krebse ins Helle schwimmen und so leichte Raubbeute sind. Die Armen Tierchen – was den einen glücklich macht, stürzt den anderen in den Selbstmord…



2. Das Herz spritzt bis zu 10 Meter.
Das menschliche Herz ist (theoretisch gesehen) tatsächlich in der Lage, genug Druck aufzubringen, um das Blut direkt aus dem Körper in 10 Meter Höhe zu spritzen. Wozu dieses Wissen nützlich sein kann?! Ich weiß es nicht.

3. Wer beim Hellen schläft, nimmt zu.
Wer nachts gerne bei leichter Beleuchtung schläft, tut seinem Körper nichts Gutes. So sind nicht nur Sport und Ernährung wichtige Faktoren bei der Regulierung des Gewichts, sondern auch der Schlaf. Ein Experiment mit Mäusen zeigte, dass die Testgruppe, die mit Beleuchtung schlief innerhalb von acht Wochen doppelt so viel zunahm, als die Mäusegruppe, die im Dunkeln schlafen durfte. Da stellt sich natürlich die Frage, in wie weit nun die Mäuse mit dem Menschen übereinstimmen… Und vor allem: Wer schläft eigentlich gern im Hellen? Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen und nicht in die Fettleibigkeit zu fallen, empfiehlt sich: Licht aus!

4. Risiko für Herzinfarkt steckt im Haar.
Es ist bereits bekannt, dass sich manche Stoffe im Haar ablagern. So sind beispielsweise Drogen noch lange Zeit in den Haaren nachweisbar. Ein weiterer Stoff, der sich auf dem Haupt ablagert und nachweisen lässt, sind Rückstände des Stresshormons Cortisol. Ein erhöhter Wert dieser Rückstände in den Haaren weist auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hin. Ich frage mich nur, ob dies während einer Drogenhaaruntersuchung entdeckt wurde…

5. Laptop auf dem Schoß bringt so einiges in Wallung.
Das Laptop ist vor allem eins: praktisch. In jeglichen Situationen lässt sich mit dem kompakten Computer in jeder Position arbeiten – auch auf dem Schoß. Jedoch kann die Hitze, die sich dabei bildet, zu einer sogenannten Hitzemelanose führen. Viel schöner ist dabei der englische Name „toasted skin syndrome“. Die Haut auf den Schenkeln wird förmlich getoastet und führt zu einer saftigen Rötung bzw. einem rotbraunen netzartigen Hautausschlag. Darüber hinaus kann die Hitzebildung bei Männern Einfluss auf die Spermienproduktion und somit auf die Fruchtbarkeit des Mannes haben. In wie fern das Laptop zudem die Manneskraft beeinflusst und zu einer Impotenz führen kann, ist bislang noch nicht ausreichend untersucht… 



Gebrannt-markt vom Laptop.. Hitzemelanose. 

Montag, 2. April 2012

Computerspiele stärken geistige Fitness

Nach der letzten Beitragsreihe allein über die männliche Potenz, handelt es sich diese Woche wieder um die allgemeine Gesundheit. Dazu habe ich auch gleich heute am frühen Montag einen absoluten Kracher gefunden:
Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie von der Humboldt Universität in Berlin, sollen anscheinend Actionspiele eine positive Auswirkung auf die geistige Fitness haben. Bislang galten Computerspiele, und vor allem die Actiongames, als eher unnötige Zeitverschwendung, die bis hin zur sozialen Isolation führen kann. Doch laut Tilo Strobach, Leiter der Studie, haben die Computerspiele auch eine positive Auswirkung auf den Spieler. 

Innerhalb von 15 Tagen mussten Teilnehmer des Experiments 15 Stunden vor dem Computer verbringen und exzessiv Actionspiele zocken. Anschließend mussten die Teilnehmer mehrere Aufgaben gleichzeitig durchführen, zwischen den Aufgaben wechseln und sich verschiedene Informationen merken. Bei den Testpersonen ließ sich ein „optimiertes Verhalten“ bezüglich dem Multitasking-Talent feststellen. Das heißt, wer viel spielt ist besser in der Lage sich Vokabeln zu merken oder mehrere Sachen auf einmal durchzuführen.

Hintergrund der Studie war es, herauszufinden, ob Computerspiele als kognitives Trainingsprogramm betrachtet werden können. Kann also ein Computerspiel dazu verhelfen, das Gehirn zu trainieren und die geistige Fitness zu stärken? Interessant zu wissen, wäre nun eigentlich noch, ob es sich bei den Testpersonen dieser Studie um Frauen und Männer gleichermaßen oder nur um das männliche Geschlecht gehandelt hat.


Waren es nur Männer, so ergibt es für mich endlich auch Sinn, weshalb die Computerspiele im Actionbereich auf die Männerwelt ausgelegt sind. Ich meine, wir Frauen haben ja bereits das Multitasking-Talent in die Wiege gelegt bekommen. Also Männer, ran an den Computer und auf geht’s!
Dabei bleibt zu betonen, dass es sich bei den Studien um die GEISTIGE Fitness und nicht um die körperliche handelt. Liebe Zocker und Geeks dieser Welt, rank und schlank werdet ihr also auch nicht vor der Flimmerkiste, lediglich vielleicht etwas besser im Multitasking… 

Freitag, 30. März 2012

Teil V: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Spinnen-Ekel vs. Männlichkeit

Für den letzten Beitrag zum Thema der exotischen und mysteriösen Potenzmittel habe ich mir ein ganz besonderes Schmankerl aufgehoben: Gegrillte Tarantel (gerne auch frittiert – wie immer einem beliebt). Tatsächlich gilt das achtbeinige Spinnentier als Wundermittel, was die Potenz anbelangt. Gegrillte Tarantel ist in Kambodscha im Übrigen eine anerkannte Delikatesse. Mutwillige berichten, dass das Fleisch der gegrillten Tarantel ähnlich wie Krebsfleisch schmecke...

Wahr ist, dass die Spinne unwahrscheinlich viel Eiweiß enthält. Das kann dazu führen, dass die Potenz tatsächlich gesteigert wird. Jedoch ist bislang nicht bekannt, woher eigentlich dieser Glaube kommt, dass Taranteln die Potenz steigern können. Denn andere Insekten und Kriechgetier weist ebenfalls große Mengen an Eiweiß auf – wieso die Wahl auf die Wunderwirkung der Tarantel fiel ist leider nicht bekannt. Dennoch zählt die gegrillte Tarantel zu den Top Drei der irrsinnigsten Potenzmittel.

Der Name der Tarantel stammt ursprünglich von dem italienischen Städtchen Tarent ab. So war die Tarantel zunächst in Südeuropa bekannt. Eroberer der neuen Welten benannten dann die Vogelspinne ebenfalls Tarantel, da dies der Begriff war, den sie kannten. So kommt es fälschlicherweise bis heute immer wieder zu Verwechslungen zwischen der eigentlichen Tarantel und der Vogelspinne. In mir sträubt es sich allein bei dem  Gedanken an die Spinne. Vor allem, da die die Tarantel auch Giftdrüsen besitzt, die bei einem Biss den Menschen zwar nicht töten, dennoch verletzen können. Symptome, die dabei auftreten reichen von Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Entzündungen bis hin zur Angstzuständen und Bewusstlosigkeit. Dennoch schreckt dies hartgesottene Männer und „Delikatessen-Genießer“ nicht vom verzehr der Krabbeltiere ab.

Ich bin der Meinung, dass ich heute zum Abschluss mehr Bilder, als Worte sprechen lassen sollte. Sonst glaubt es ja doch keiner… ;) 






Erschreckend, dass Menschen tatsächlich auf derartige Mythen zurückgreifen, um Ihre Potenz und Männlichkeit zu stärken. Vor allem, das im heutigen Zeitalter jede Menge Alternativen, wie Viagra, Cialis oder Levitra auf dem Markt existieren.. Unfassbar.

So, das war's nun vorerstmal mit mir und meiner Reihe zu den Unglaublichen Potenz Mythen dieser Welt. Selbstverständlich gibt es noch mehr von dieser Sorte. Aber ich habe mich speziell für die skurrilsten und irrsinnigsten entschieden. Ich hoffe, euch hat das Lesen Spaß gemacht. Vielen Dank an Maya, die mir die Chance gegeben hat mich hier schreiberisch etwas auszutoben.

Bis vielleicht bald.
Euer Paul

Donnerstag, 29. März 2012

Teil IV: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Ein filigraner Senkrechtschwimmer als Wundermittel

Kaum zu glauben aber wahr: Seepferdchen gilt tatsächlich ebenfalls als Wundermittel, wenn es um die männliche Potenz geht.  Man(n) nehme einfach fein zerstoßenes Seepferdchen mischt dieses mit Giseng Wurzel und fügt fernöstliche Gewürze diesem kulinarischen Leckerbissen hinzu. So oder so ähnlich lautet das Rezept des Potenzsmittels, von denen laut der traditionellen chinesischen Medizin zwei Mal täglich zehn Potenz Pillen eingenommen werden sollten…

Wieder einmal stammt der Mythos über die Wunderwirkung des Seepferdchen auf die männliche Potenz aus dem Asiatischen. Vor allem in China, Singapur und Taiwan wird kräftig an die Potenz steigernde Wirkung des Seepferdchens geglaubt. Aber auch weitere Krankheiten lassen sich angeblich mit Seepferdchen behandeln. Darunter fallen beispielsweise Asthma, Arteriosklerose, Inkontinenz und vieles mehr. Schätzungsweise 30 bis 50 Medikamente auf dem chinesischen Markt enthalten zerstoßenes Seepferdchen.


Seepferdchen, oder auch Hippocampus genannt, sind filigrane Meerestiere, die aufrecht schwimmen. Die bislang 32 bekannte Arten stehen aufgrund der nachgesagten Wirkung auf Potenz & Co. auf der internationalen roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Die Faszination der Menschheit über der Hippocampus geht zurück auf die alten Griechen und Römer. Schon damals wurde dem Senkrechtschwimmer eine magische Heilwirkung unterstellt. Poseidons Streitwagen wird in vielerlei Kunstwerke von Seepferdchen gezogen. Im Jahre 1753 schrieb das Gentle’s Magazin über die Seepferdchen folgendes: „Damen verwenden sie, um ihren Milchfluss zu steigern.“ Heutzutage ist wohl mehr die Männerwelt von der Wirkung auf die Potenz überzeugt.

Der Hippocampus ist nicht nur aufgrund seiner Erscheinung faszinierend, sondern auch aufgrund seines gesamten Wesens. So variiert die Größe des Seepferdchens zwischen zwei und 32 Zentimetern. Aus Tarnzwecken kann es innerhalb von Sekunden seine Farbe in neongrün, blau oder rot getupft wechseln. Außergewöhnlich ist auch der Paarungsakt der Hippocampus. Seepferdchen paare sind sich ein Leben lang treu. Bevor es zur Befruchtung kommt, schlängeln sich die geschweiften Schwänze umeinander. Die Tiere führen einen Paarungstanz auf und winden sich um die eigene Achse. Befruchtet wird dann anschließend über die Dauer von bis zu neun (!) Stunden. Aufgrund dieser Tatsache, entstand wohl auch der irrsinnige Glauben, dass Seepferden die Potenz des Mannes stärken könne. Das Kinderkriegen ist dann anschließend Männersache. Als wohl einziges Lebewesen gebärt das Männchen den Nachwuchs des Seepferdchens.

Vielleicht sollte sich die menschliche Männerwelt eher mal an dieser Tatsache orientieren… 

Mittwoch, 28. März 2012

Teil III: Was Man(n) nicht für ein bisschen Potenz tut…
Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Spätestens seit dem Klassiker „der weiße Hai“ aus dem Jahre 1975 gilt der Meeresräuber als menschenfressende Bestie. Zumindest ist das Bild bei uns so verbreitet. Ganz anders sieht es in den asiatischen Gefilden aus: die betrachten nämlich den Hai als Leckerbissen. Der dritte Teil der Reihe über außergewöhnliche Potenzmittel befasst sich mit dem Mythos, dass der Verzehr von getrockneter Haifischflosse eine Potenz steigernde Wirkung habe.

Tatsache ist der Hai ist ein Räuber. Jedoch fallen doch mehr Fische als Menschen unter sein Beuteschema. Jährlich werden etwa 10 Menschen tödlich von einem Hai verletzt. Wenn man bedenkt, dass der Mensch heutzutage weltweit jährlich 2 Millionen Haie tötet, kommen auf einen toten Menschen knapp 20 Millionen tote Haie. Eine Milchmädchenrechnung?

Weltweit gibt es rund 400 verschiedene Haifischarten. Davon sind mittlerweile rund ein Drittel vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Überfischung und der Glaube des Menschen, das Tier hätte magische Wirkungen zum Beispiel als Potenzmittel.

Die Haifischflosse gilt in asiatischen Ländern als Delikatesse, besonders aufgrund der ihr nachgesagten Potenz steigernden Wirkung. Die Haifischflosse gilt neben Aphrodisiakum auch als Zeichen von Wohlstand. Da die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt, bringt ein Kilo Haifischflosse umgerechnet derzeitig fast 1.500 Dollar ein. Das lukrative Geschäft mit dem Status und der Potenz verleitet Fischer dazu gezielt die Jagd auf die Flossen zu setzen. Diese Form der Fischerei nennt sich „Finning“. Beim Finning ziehen die Fischer Haie als Beifang oder Hauptfang aus dem Wasser, schneiden die Flosse ab und werfen das noch lebende Tier zurück ins Meer, wo es dann qualvoll verendet. Beim Finning spielt es keine Rolle, wie alt oder groß der Hai ist oder von welcher Art das Tier abstammt. Es geht lediglich um die Haifischflosse – es geht um das Geschäft.


Der Mythos, dass die Haifischflosse die Potenz stärkt und als ein Zeichen von Reichtum darstellt, geht auf die chinesische Quing-Dynastie (1644-1911) zurück. So zählte die Haifischflosse zu den acht Schätzen des Meeres und war ein fester Bestandteil der kaiserlichen Tafel. Bis heute gilt die Haifischflossensuppe als Statussymbol, das ebenfalls fester Bestandteil eines chinesischen Festmahls ist. Eine traditionelle chinesische Hochzeit beispielsweise kostet rund 40 Haien das Leben. Das skurrile daran ist, dass ist die Haifischflosse an und für sich geschmacklos ist. Stundenlanges kochen in einer Hühnerbrühe und die Zugabe von Gewürzen verleiht der Suppe erst den Geschmack. Auch der Suppe wird die Wirkung nachgesagt, die Potenz steigern zu können.

Der Verzehr der Suppe oder der bloßen Haifischflosse kann jedoch gefährlich für den Menschen werden. Durch die immer zunehmende Meeresverschmutzung gelangen zunehmend mehr Giftstoffe, wie Quecksilber in die Ozeane. Fische nehmen diese Gifte auf und lagern sie ein. Da der Hai an der Spitze der Nahrungskette steht, lässt sich in dessen Blutkreislauf eine große Menge Quecksilber auffinden. Eingelagert hält der Hai das Quecksilber in seiner Flosse. Wird die Haifischflosse nun vom Menschen verzehrt, gelangen die Giftstoffe auch in das System des Menschen. Das kann ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Es gibt zahlreiche Organisationen, die versuchen über die Machenschaften der Haifischjäger aufzuklären, wie zum Beispiel das sharkproject.com. Dennoch ist es schwierig ein so manifestierter Glaube an die Potenzsteigernde Wirkung und die Haifischflosse als Statussymbol zu brechen…

Euer Paul 

Montag, 26. März 2012

Teil II: Was Man(n) nicht alles für ein bisschen Potenz tut …
Männlicher Stolz bedroht Nashörner

Wir aller erinnern uns doch gerne mit einem Schmunzeln an die Werbung zurück, als ein Nashorn mitten in der Savanne ein Auto voller Freude beglückte. Dass die Wahl des Tieres auf ein Nashorn viel, liegt vermutlich in erster Linie an der Größe des Tieres. Aber das Nashorn steht darüber hinaus auch für massenhaft Potenz und Männlichkeit. Ein weiterer Mythos in der Reihe über skurrile und wahnsinnige Potenzmittel ist der Glaube, dass Nashorn- pulver tatsächlich die Potenz steigern und eine erektile Dysfunktion behandeln kann. Speziell in Asien hält sich dieser Glaube bis heute.

Der Mythos geht darauf zurück, dass männliche Nashörner das weibliche Geschlecht über mehrere Stunden hinweg begatten können – ohne Pause. Selbstverständlich suchte der Mensch für dieses Phänomen eine „logische“ Erklärung. Als Schlussfolgerung wird daher angenommen, dass die magische Wirkung auf die Potenz im Horn des Tieres liegen muss. Bis heute konnte jedoch keinerlei medizinische oder Potenz steigernde Wirkung des Horns klinisch nachgewiesen werden…

Nashörner stehen aufgrund dieser Annahme seit den 70er Jahren auf der Liste der bedrohten Tierarten. Das Wildern der Tiere ist verboten. Dennoch hält sich der Glaube an die Potenz steigernde Wirkung so hartnäckig, dass trotz Jagdverbot weiter gewildert wird und der Schwarzmarkt boomt. Ein Horn mit 7 Kilo bringt auf dem Schwarzmarkt ungefähr 350.000 Euro. Das „wertvolle“ Horn besteht jedoch lediglich aus Keratin. Keratin ist ein Protein, welches die Beschaffenheit der  Hornhaut charakterisiert. Aus Keratin bestehen außerdem Finger- und Zehennägel. Daher bringt der Verzehr von Nashornpulver genauso viel wie Fingernagelkauen – nämlich nichts.

Die Heimat der Nashörner ist Afrika, wovon 83 % der noch lebenden Nashörner in Südafrika beheimatet ist. Zwei Drittel aller gewilderten Nashörner der letzten Jahre stammen aus dem Krüger-National-Park, der von 400 bewaffneten Rangers bewacht wird. Dennoch schaffen es wilderer immer wieder in den Park einzudringen und Nashörner zu erlegen. Bis 2008 war die Zahl der gewilderten Nashörner bei knapp ein Dutzend. 2012 stieg die Zahl auf unglaubliche 333 tote Tiere an. Diskussionen darüber, ob der Nashornhandel legalisiert werden sollte, werden von Kritikern und Tierschützern scharf kritisiert. So habe der legalisierte Elfenbeinhandel das Wildern von Elefanten eher angekurbelt, als reduziert. Man befürchtet ähnliches mit den Nashörnern, die derzeitig schon als vom Aussterben bedroht gelten. Um Wilderer von der Jagd abzuhalten, werden die Hörner der Tiere mit einem Gift versehen. Das Gift schadet den Tieren nicht und verfärbt sich rot, sobald das Horn zermürbt wird. Der Verzehr endet mit einer starken Vergiftung. Rotes Nashornpulver ist daher untauglich und bringt auf dem Schwarzmarkt nichts ein.

Unglaublich: Über die letzten fünf Jahre hat China bereits über 150 Nashörner importiert. Offiziell seien die Tiere für die Errichtung eines Safariparks gedacht. Jedoch gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass China eine Nashornfarm errichtet, zum Züchten und Abschlachten der Nashörner. Man geht davon aus, dass aufgrund der verstärkten Maßnahmen gegen das Wildern, dieser Plan gefasst wurde. Und das alles aufgrund des wahnwitzigen Glaubens, im Horn seinen Potenz steigernde Wirkungen versteckt …

Eigentlich sollte man annehmen, dass seit der Markteinführung diverser Potenzmittel (Viagra wurde bereits 1998 als Medikament zugelassen), ein derartiger Mythos nicht länger beständig bleibt. Dennoch hält Asien und vor allem China weiter an dem irrsinnigen Glauben fest, der vielleicht in einigen Jahren zum kompletten Aussterben der Nashörner führt. Da bleibt nur mit dem Kopf zu schütteln ... 

Euer Paul

Freitag, 23. März 2012

Teil I: Was Man(n) nicht alles für ein bisschen Potenz tut …

Seit je her strebt die Menschheit nach immer mehr Lust und Potenz. Sexualität begleitete die Neugierde der Menschen und Potenz steht allgemein für wahre Männlichkeit. Daher experimentieren die Menschen bereits seit mehreren Jahrtausenden mit der eigenen Sexualität und Potenz. Bereits die Griechen haben in der frühen Antike ihre Göttin der Liebe, Aphrodite, angebetet. Von der Göttin lässt sich auch der Begriff Aphrodisiakum ableiten. Ein Aphrodisiakum ist ein Mittel, welches zur Steigerung der Libido und zu mehr Potenz führen soll. 2003 erschien sogar ein Buch des Botanikers und Zoologen Christian Rätsch, der mit seinem „Lexikon der Liebesmittel“ über 400 Pflanzen, Minerale und Tierextrakte auflistet, die angeblich aphrodisierend oder Potenz steigernd wirken sollen.
Bislang gibt es viele Mythen über vermeintliche Potenzmittel und Substanzen, welche die sexuelle Lust anregen. So behauptete beispielsweise Casanova höchstpersönlich, dass der Verzehr von Austern die Manneskraft antreiben könne. Bis heute denken viele noch, dass Austern bequem als Potenzmittel geschlürft werden können, um eine Erektion zu bekommen. Jedoch wurde die Potenz steigernde Wirkung offiziell nie klinisch nachgewiesen. Ärzte gehen von dem Placebo-Effekt aus, dass der Glaube allein bereits Berge versetzen kann. Daher gibt es noch zahlreiche weitere Annahmen über „natürliche“ Potenzmittel.

Die wohl am bekanntesten Mythen über magische Potenzmittel stammen aus dem Reich der Tiere. Die mit Abstand skurrilsten Behauptungen über die Potenz steigernde Wirkung  gehen auf diese exotische Leckerbissen zurück:


In den nächsten Wochen werde ich euch stets über eines der genannten Schmankerl informieren, die in vielen Teilen der Welt bis heute als Potenzmittel gelten. Der Beginn macht heute:

Die spanische Fliege

Die spanische Fliege ist ein geflügelter Käfer mit einer metallisch grünen Färbung. Bereits in der Antike wurde der Käfer zerstampft und eingenommen. Männern wurde der pulverisierte Käfer ins Essen gemischt. Das Ergebnis war häufig eine Erektion. Dabei wird durch die spanische Fliege jedoch nicht das sexuelle Verlangen stimuliert. Das Pulver der spanischen Fliege beinhaltet den Wirkstoff Cantharidin. Cantharidin ist ein starkes Gift, dass die Harnwege reizt. Dadurch kann eine Erektion hervorgerufen werden. Deshalb gilt die spanische Fliege als Potenzmittel. Nebenwirkungen von Cantharidin können jedoch eine schmerzhafte Dauererektion, Lebervergiftung, Nierenversagen oder ein Kreislaufkollaps sein. Cantharidin kann sehr leicht überdosiert werden. Cantharidin blockiert die Funktionen wichtiger Enzyme im Körper. Durch die Enzymblockade entstehen Blasen auf der Haut und Gewebe stirbt ab. Außerdem entzündet sich die Niere und die Leber wird durch den Giftabbau stark belastet.


Untersucht hat das ganze Phänomen der Pariser Apotheker Pierre Jean Robiquet bereits vor 200 Jahren. Seine Untersuchungen gehen auf den damaligen Vorfall zurück, als die napoleonische Truppen in Ägypten zurück. Diese erkrankten nämlich nach dem Verzehr von Fröschen, welche sich von der spanischen Fliege zuvor ernährten. Anscheinend waren die Frösche bereits resistent gegen das Gift der spanischen Fliege. Die frühe Erforschung der spanische Fliege und deren Inhaltsstoff Cantharidin bestätigte die Annahme, dass die Potenz durch den Verzehr vermeintlich gesteigert wird…

Nicht mal die Tatsache, dass die spanische Fliege als Vollstreckungsmittel der Todesstrafe in Griechenland verwendet wurde, schreckte die wahren Männer ab, denen die Potenz wohl wichtiger als das Leben war... 

Euer Paul